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Thilo Fuhrmann

Infos

Geboren in Koblenz in Rheinland Pfalz, hatte ich schon früh eine starke Identifizierung mit dieser Stadt und diesem Bundesland. Als Kind habe ich in der Schule das Wappen von Rheinland Pfalz penibel gezeichnet. Aber, das Leben besteht aus steter Veränderung, zogen meine Eltern im August 1962 mit uns Kindern nach Tansania in Ostafrika. Mein Vater hatte dort über die Leipziger Mission die Geschäftsführung einer christlichen Buchhandlung übernommen. Wir wohnten dann in Moshi, ein Oberzentrum in der Region am Fuße des Kilimandscharo, der höchste Berg Afrikas. Der Berg war stets präsent und reich mit Schnee bedeckt. Das ist wohl heute, dank des Klimawandels, nicht mehr so. Von Tansania aus befand sich "rechts" vom dem Hauptmassiv des Kilimandscharo, der Mawenzi.  Als Kinder wurde uns gesagt, dass der Mawenzi der gefährlichere Berg sei.

Nach etwa zwei Jahren eröffnete mein Vater eine Filiale in Arusha. Der dominierende Berg dort ist der Mount Meru, ein erloschener Vulkan. Wir wohnten in der Mitte der Stadt in einem "Flat" über dem dort eröffneten Geschäft. Ich ging in die Arusha School, eine englischsprachige Schule, geführt von einem englischen Direktor, Mister Jones. Das war wohl ein Relikt aus der Kolonialzeit. Für mich war es nicht einfach. Mangelnde Sprachkenntnisse und die Tatsache, dass ich ein Deutscher war, also ein Nazi in den Augen meiner Mitschüler, führte zu Mobbing in der Schule. Nach zwei Jahren eröffnete allerdings die Mission, der Arbeitgeber meines Vaters, ein kleines Internat für die deutschsprachigen Kinder dort. Dorthin wechselte ich dann und kam in die dritte Klasse.

Die Zeit in diesem Internat war einerseits toll, weil wir als Kinder in den neunzehnhundertsechsziger Jahren viel Freiheit hatten und andererseits auch für mich schwierig, weil ich doch starkes Heimweh hatte und durch meine Mitschüler Mobbing erfuhr.

Im Jahr 1970 kehrten wir dann zurück nach Deutschland, in den Harz. Mein Vater hatte dort ein Geschäft gekauft und das war für die nächsten Jahre unsere Lebensgrundlage. Ich besuchte dort das "Päda",  ein privates, staatlich anerkanntes Gymnasium. 

1975 fing ich eine Ausbildung zum Buchhändler in Soltau, in der Thierbachs Buchhandlung an. Der Inhaber und mein Chef war der Landrat des Landkreises, damals noch SOL (Soltau). Später wurde der Landkreis in den Landkreis Fallingbostel (FAL)  geändert und wiederum später wohl in den Heidekreis (HK). Leider erkrankte mein Vater sehr schwer, weshalb ich meine Ausbildung im Februar 1976 unterbrach und das Geschäft meines Vaters käuflich erwarb. Meinen Berufsabschluss holte ich dann einige Jahre später, als externer Prüfling, bei der IHK nach und erwarb auch die Ausbildereignung. Im Jahr 1983 verkaufte ich dann das Geschäft und kaufte 1984 ein Geschäft in Kamen in Westfalen. Ich heiratete und zwei Jahre später kam meine Tochter Charlotte zur Welt. Auf drängen meiner Frau verkaufte ich das Geschäft 1990 an zwei Mitarbeiter und wir zogen nach Bielefeld. Dort wurde ich Geschäftsleiter einer sehr großen Buchhandlung, die ich aber im Auftrag des Konzerns Mitte 1993 schließen musste. Im Anschluss daran wurde ich für zwei Jahre stellvertretender Niederlassungsleiter einer Lebensmittelgroßhandlung, bis ich wieder den Weg zurück in den Buchhandel fand. Ich übernahm die Leitung einer kleinen Filialkette im südlichen Westfalen. Diese Aufgabe führte ich zwanzig Jahre durch, bis ich mich mit einem neuen Geschäftsführer überwarf und um Freistellung bat. Von 2016 bis 2023 führte ich dann eine kleine, feine Buchhandlung in Bückeburg. Seit 2024 führe ich ein Rentnerleben.